Die Themen unseres Sammelbands stehen!

Samstag, Jugendkirche In der Galerie und vor dem Altar rekeln sich müde Körper. Langsam schälen sich hier und da Personen aus ihren Schlafsäcken. Ein verheißungsvoller Blick auf den Duschplan verrät: 07:20 Uhr, Duschzeit in Davids WG. Also fix den Kulturbeutel und das Handtuch geschnappt und ab unter die Dusche. Unterdessen wird Frühstück vorbereitet. Es ist schon etwas besonderes, eine ganze Kirche als Konferenzort nutzen zu können. Schließlich wird auch der müde Rest des Redaktionsteams vom frisch gemahlenen Kaffeegeruch an den Frühstückstisch gelockt. Gestärkt sitzen wir wenig später im Stuhlkreis. Plenum. Die Tagesordnung wird besprochen, es stehen intensive Diskussionen an…

Nach dem Ende unserer Ringvorlesung im SoSem 2015 erreicht uns im Herbst ein spannendes Angebot: Prof. Dr. Andrea Maurer, die bei unserer RV als Referentin zu Gast war, bietet uns an, ein Buch in der von ihr und Herrn Schimank verantworten Reihe “Wirtschaft + Gesellschaft” im VS Springer Verlag herauszugeben. Wir zögern kurz, sind unsicher ob wir dies leisten können. Am Ende siegt unsere Neugier und der Mut, es einfach mal auszuprobieren. Im September beginnen wir mit den konkreten Absprachen und Vorbereitungen. Wir merken schnell, dass es wenig bringt, einen fertigen Plan im Vorfeld zu erstellen; ursprüngliche Ideen werden verworfen. Auch deshalb entscheiden wir uns – am Anfang vermutlich eher unbewusst, im späteren Prozess bewusst – für ein prozessorientiertes Arbeiten. Im Dezember startet dann endlich der Call for Papers. Das Jahr 2016 beginnt sogleich mit wesentlichen Fortschritten: Es bildet sich ein Redaktionsteam aus Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen sowie ein wissenschaftlicher Beirat. Wir sind begeistert von der großen Unterstützung! Zugleich trudeln immer mehr Einreichungen ein. Es folgen erste Online-Redaktionskonferenzen und auch eine gezielte Verlängerung des Call for Papers. Am Ende liegen uns 45 Exposé vor. Wir sind von dem großen Interesse überrascht, aufgeregt. Wir merken, dass dies auch eine große Herausforderung beinhaltet. Gleichwohl versuchen wir dies optimistisch anzugehen und konzentrieren uns auf den nächsten Schritt! Es folgt eine Phase der Reflexion und Diskussion, bei dem auch ein erstes Stimmungsbild entsteht (siehe Grafik unten). Auch sieben Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates beteiligen sich an diesem Reflektions- und Feedbackprozess, der für dieses Gremium optional vorgesehen war.

Nun, etwa 9 Monate später, stehen die Beiträge und die voraussichtliche Struktur unseres Sammelbands fest. Und so viel können wir Euch schon verraten: Wir werden den wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs herausfordern!


Vom 13. Mai bis 15. Mai 2016 fand in Hannover der bisherige Höhepunkt unseres Projekts statt: Die Redaktionskonferenz zur finalen Diskussion, Bewertung und Auswahl der Beiträge. Nachfolgend möchten wir Euch einige Einblicke in unseren Auswahlprozess geben:

Gruppenbild_Redaktionsteam

Unsere Redaktionskonferenz: Deborah, Conrad, Jannis, David, Konrad, Corinna, Christian, Benjamin, Esther, Robert, Clemens, Jan, Daniel (v.u.l.) und Sebastian (nicht im Bild) waren dabei.

Im Vorfeld der Redaktionskonferenz konnten die Einreichungen bereits von allen Redaktionsmitgliedern auf der Online-Plattform Basecamp diskutiert werden. Zugleich wurde kurz vorm Redaktionstreffen ein erstes Stimmungsbild per SurveyMonkey eingeholt. Alle vorab gesammelten Informationen und Kommentare wurden dann in einem Reader zusammengestellt und den Teilnehmenden für die Konferenz ausgehändigt.

Textauswahlprozess_gesamt

Stimmungsbild und endgültiges Abstimmungsergebnis

Bewertungsprozess

Übersicht: Dimensionen einer Bewertung

Um dort ein gutes Ergebnis zu erzielen, hatten wir uns vom Herausgeberteam einen ambitionierten Plan ausgedacht. Das grundsätzliche Prozedere sah vor: Es wurden jeweils 3-5 Einreichungen in einer Kleingruppen diskutiert. Zur Orientierung hatten wir u.a. einen Bewertungsleitfaden entwickelt. Die Kleingruppen erhielten zudem die Aufgabe eine Priorisierung und Empfehlung vorzuschlagen. Zurück im Plenum wurden die Ergebnisse der Kleingruppen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Auf einer großen Bewertungsmatrix konnte danach jede*r seine Stimme bzw. sein Klebezettelchen setzen. So entstand ein dynamisches Stimmungsbild, welches stück für stück unsere Favorisierungen und damit auch ein Gesamtbild sichtbar machte. Sein Klebezettelchen konnte man dabei jederzeit noch bis zum Ende des Abend umkleben. So wurde Kleingruppe um Kleingruppe, Beitrag um Beitrag reflektiert und aufbereitet. Häufig hatten wir die Qual der Wahl, denn für das Sammelband ist letztlich nur ein Seitenumfang von etwa 300 Seiten vorgesehen. Somit sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass wir bei unseren Abwägungen auch viele gute Beiträge aussortieren mussten. Dies ist uns natürlich nicht immer leicht gefallen! Gleichwohl beschlossen wir dann am Samstagabend gemeinsam im Plenum eine weitere Grobauswahl (siehe: Stimmungsbild & endgültiges Abstimmungsergebnis). In die engere Auswahl schaffen es so insgesamt 26 Einreichungen.

Verfahren_1Redaktionstreffen

Übersicht: Verfahrenstechnischer Ablauf der Redaktionskonferenz

Am Sonntag starteten wir dann mit drei Kleingruppen, die anhand der Auswahl jeweils unabhängig voneinander einen Konzeptvorschlag für das Sammelband entwickeln sollten. Die drei Vorschläge wurden abschließend im Plenum vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Überraschenderweise gab es am Ende nur wenige Differenzen, so dass wir tatsächlich unser Maximalziel einer Textauswahl sowie eines vorläufigen Gliederungsvorschlag erreichen konnten.

Unser vorläufiges Fazit: Das Wochenende war straff durchorganisiert. Dank der professionellen Moderation durch Vera, den vielseitigen Erfahrungshintergründen unserer Redaktionsmitglieder, wertschätzenden und konstruktiven Diskussionen sowie einer guten Vorbereitung & Orga, konnten wir den Meilenstein “Textauswahl” erfolgreich abschließen. Für uns war es ein gelungenes und erfahrungsreiches Wochenende. Insgesamt wird unser Sammelband voraussichtlich 18 Beiträge beinhalten. Seid gespannt! Wir sind jedenfalls hochmotiviert für die nächsten Schritte.

Euer Herausgeberteam


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Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Unterstützer*innen der Redaktionskonferenz:

  • Der Jugendkirche Hannover für einen wirklich wunderbaren und atmosphärischen Tagungsort.
  • Der “Kleinen Bäckerei” in der Nordstadt für leckere Brot- und Gebäckspenden.

Die Durchführung der Redaktionskonferenz wurde unterstützt mit Studienqualitätsmitteln der Leibniz Universität Hannover.

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