Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Online-Talk zum Krisenmanagement

2. Oktober 2020 @ 18:00 - 19:00

Krisenmanagement – Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik

Veranstaltungsreihe | Lektionen aus Corona

Ein Online-Gespräch mit…

  • Nicole Wilke, Ökonomin, ist als Referatsleiterin für internationalen Klimaschutz im Bundesumweltministerium (BMU) tätig. Als Deutsche und EU-Chefverhandlerin auf internationalen Klimakonferenzen (UNFCCC) hat sie bei den Verhandlungen zum Pariser Klimaschutzabkommen die unterschiedlichen Verpflichtungen von Staaten (Differenzierung) in den Bereichen Transparenz (Berichterstattung) und Minderung verantwortet. Ein Schwerpunkt ihres Interesses liegt in der künftigen Gestaltung des multilateralen Klimaregimes. Zum Beispiel, wie kann die Rolle zivilgesellschaftliche Akteure in der Begleitung der Umsetzung von Klimaschutz in UNFCCC gestaltet werden?
  • Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Entwicklungs- und Wissenssoziologin, ist Direktorin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIS) und Professorin für Globale Nachhaltige Entwicklung (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Sie beschäftigt sich vor allem mit der Governance natürlicher Ressourcen und Umgang mit Umweltwandel (Mitigation und Anpassung); Soziale, kommunikative und diskursive Konstruktion von Wissen und Wirklichkeiten; Mobilitäten, Grenzen und Grenzziehungsprozesse (Crossroads Studies) im Aushandeln politischer Ordnungen; Wissenschafts- und Technikforschung; Wissenschafts- und Innovationspolitik, Transformative Wissenschaft; Inter- und Transdisziplinarität.

Covid-19 stellte und stellt die Welt vor die Herausforderung schnellen Lernens. In der Wissenschaft setzten sich weltweit Virologen, Epidemiologen und viele weitere wissenschaftliche Fachgruppen in Bewegung, um mehr herauszufinden über das Virus, die Übertragungswege, die geeigneten Schutzmechanismen usw. Mit beeindruckendem Tempo vernetzten sich diese Forschungsgruppen. Auch die Bereitstellung finanzieller Mittel erfolgte zügig. Hervorgehoben sei die internationale Geberkonferenz auf Initiative der EU, die am 04.05.2020 7,4 Mrd EUR sammelte, um einen globalen Forschungsverbund zu schaffen. Der Verbund soll Impfstoffe, Behandlungsmethoden und Tests entwickeln.

Die Politik musste schnell die besten Wege zum Bevölkerungsschutz finden und das Gesundheitssystem auf die Epidemie Bekämpfung ausrichten. Hierbei wurden vielfach Schwachpunkte identifiziert, die es zu beseitigen galt und gilt. Politik und Wissenschaft traten in einen lernenden Austausch ein und passten die Schutzmaßnahmen mit dem wissenschaftlichen Erkenntnisprozess über das Virus und seine Verbreitung an. Dies war und ist nicht konfliktfrei, weil der Erkenntnisprozess nicht linear verläuft, sondern mit Schleifen, Sackgassen und Mehrdeutigkeiten verbunden ist.

Trotz vieler Wendungen, föderaler Vielstimmigkeit und manchen Profilierungsversuchen hatten viele Menschen in Deutschland aber den Eindruck der quasi beobachtbare Prozess des Lernens zwischen Wissenschaft und Politik funktioniert und orientiert sich am Wohle der Bevölkerung. Die Akzeptanz auch drastischer Maßnahmen war und ist entsprechend hoch.

In der Krise wurden immer wieder Parallelen zur Klimakrise gezogen, die im Ergebnis weit bedrohlicher für die Menschheit ist als Corona, aber deren Bekämpfung völlig anders verläuft. Leugnen, zaudern, Einzelinteressen prägen die Klimapolitik. Auch das Zusammenwirken von Politik und Wissenschaft verläuft anders. Warum? Wir wollen dieser Frage nachgehen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich, da das Teilnahmekontingent begrenzt ist. Der Zugangslink wird gemailt. Einlass ab 17:50 Uhr. Teilnehmende benötigen lediglich einen Computer/Smartphone mit Internetzugang. Mikro und Kamera sind nicht erforderlich. Diskussionsbeiträge und Fragen können über eine Chatfunktion schriftlich geäußert werden. Die Moderation wird diese ggf. direkt ins Livegespräch einbringen. Zum Facebook-Event.


Die Online-Veranstaltungsreihe erfolgt im Nachgang zur Online-Diskussion am 08. Mai 2020 “Geld oder Leben – Wissenschaftliche Gedanken zur Corona-Krise” sowie in Hinführung auf unsere Präsenzveranstaltung am 20. November 2020 mit Workshops zu “Perspektiven einer pluralen Ökonomik” sowie der Abendveranstaltung “Imagination und Zukunftsgestaltung. Die Rolle der Ökonomie” in der Jugendkirche Hannover.

Details

Datum:
2. Oktober 2020
Zeit:
18:00 - 19:00
Veranstaltungskategorien:
,
Veranstaltung-Tags:
,
Website:
https://anmeldung.e-msz.de/content/lektionen-aus-corona-wissenschaft-und-politik-2417

Veranstaltungsort

Online-Livestream per ZOOM

Veranstalter

Plurale Ökonomik Hannover
Economists for Future
Wissenschaftsladen Hannover e.V.
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt / Evangelische Landeskirche Hannover
Keynes Gesellschaft – Regionalgruppe Nord
Forum für Kultur und Politik e.V.
Jugendkirche Hannover
Kooperationsstelle Hochschule & Gewerkschaften Hannover/Hildesheim
SLU – Stiftung Leben & Umwelt, Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen