Call for Papers

Sammelband „Perspektiven einer Pluralen Ökonomik“

Der Arbeitskreis Plurale Ökonomik Hannover wird einen Sammelband im Springer Verlag für Sozialwissenschaften herausgeben. Das Buch soll in der von Prof. Dr. Andrea Maurer (Universität Trier) und Prof. Dr. Uwe Schimank (Universität Bremen) verantworteten Reihe „Wirtschaft + Gesellschaft“ erscheinen. Der Arbeitskreis ist Teil des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V. und setzt sich für eine vielfältige Lehre und Forschung in den Wirtschaftswissenschaften ein.

Wer ist angesprochen und was erwarten wir: Dieser Aufruf richtet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit Ökonomie befassen (z.B. WiWi, SoWi, Philosophie, Geschichte). Es sind Einzel- wie auch gemeinsame Beiträge möglich.

  • Wir möchten explizit Nachwuchswissenschaftler*innen, d.h. fortgeschrittene Studierende und Promovierende, zur Teilnahme ermuntern. Zur Unterstützung dieser Autorengruppe haben wir ein sogenanntes ‚Tandemverfahren‘ vorgesehen. Das bedeutet: Diese Autorengruppe kann entsprechende Beiträge einreichen, sofern eine Betreuung durch eine*n Wissenschaftler*in (Voraussetzung: mindestens Promotion) nachgewiesen werden kann. Eine Mitwirkung durch Studierende und angehende Wissenschaftler*innen – auch bei den Texten – ist uns wichtig, um ein möglichst umfassendes Bild des aktuellen Diskurses um Plurale Ökonomik abbilden zu können sowie auch im Hinblick einer Nachwuchsförderung.
  • Wird ein Beitrag der Autorengruppe Wissenschaftler*innen für den Sammelband ausgewählt, verpflichtet sich diese*r beim Peer-Review Prozess einen anonymisierten Beitrag zu begutachten. Wir möchten auch Wissenschaftler*innen ermuntern, von sich aus das ‚Tandemverfahren‘ zu wählen. Dies ist aber keine Voraussetzung.

Wir möchten mit diesem anspruchsvollen und innovativen Konzept zugleich eine hohe Qualität sicherstellen. Wir sehen uns dabei dem Ziel verpflichtet, die Interdisziplinarität zu stärken, indem möglichst viele verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Perspektiven zusammengebracht werden. Wir möchten damit wichtige Impulse für den Diskurs um eine Plurale Ökonomik setzen und eine breite Reflexion von Theorien und Methoden ermöglichen.

Zum Umfang: Der Sammelband soll am Ende um die 15 Beiträge (ca. 300 Seiten) beinhalten. Pro Beitrag kann mit etwa 15-25 Seiten (ca. 2.700 Zeichen pro Druckseite, inkl. Leerzeichen) kalkuliert werden. Dies bitten wir als groben Richtwert zu sehen, Qualität geht natürlich vor. Als Einreichung wünschen wir uns erst einmal ein 2seitiges Exposé, indem das Vorhaben/Thema grob skizziert werden soll.

+++ Zum CFP-Verfahren [aktualisiert] +++

  1. Nach einer Begutachtungsphase der Exposé durch das Redaktionsteam, erfolgt Mitte Mai eine Rückmeldung, welche Einreichungen für das Sammelband ausgewählt wurden.
  2. Sollte eine Einreichung angenommen werden, kommt es zu einem Autorenvertrag zwischen dem/der Autor*in und dem VS Springer Verlag.
  3. Daran schließt sich dann eine Schreibphase bis voraussichtlich zum 31. August 2016 an. Das Redaktionsteam wird in dieser Phase für mögliche Rückfragen und Anregungen immer gerne zur Verfügung stehen.
  4. Die Beiträge werden nach der Schreibphase vom Redaktionsteam und anschließend anonymisiert vom wissenschaftlichen Beirat begutachtet. Das Feedback wird den jeweiligen Autor*innen zur Verfügung gestellt sowie eine letzte Überarbeitung ermöglicht.

Downloads:

Bitte unbedingt beachten: In dem Exposé sollte eine wissenschaftliche Fragestellung und Hypothese erkennbar sein. Nachwuchswissenschaftler*innen sollten zudem eine Bestätigung ihres Tandembetreuers für ihren Beitrag einreichen. Dazu reicht eine kurze Email der verantwortlichen Person aus (auch nachträglich möglich!). Sollte sich an der Heimatuniversität kein*e Betreuer*in für das Tandemverfahren finden, wird der AK Plurale Ökonomik Hannover versuchen, eine*n geeignete Betreuer*in zu vermitteln. Einen Anspruch darauf kann allerdings nicht erhoben werden! Die Kommunikation findet zwischen Betreuer*in und Autor*in statt.

Die Formalia für die Beiträge sind ebenfalls auf unserer Internetseite zu finden und einzuhalten. Bezüglich dem Literaturverzeichnis, der Zitierweise und der allgemeinen Formatierung gelten die Vorgaben vom VS Springer Verlag (siehe Dokumente auf unserer Internetseite). Die Dokumente können auch per E-Mail über uns angefordert werden.


Verlängerung: CALL FOR PAPERS 2 [ACHTUNG: Einreichungsfrist abgelaufen!]

Wir haben bereits viele interessante Einreichungen erhalten. Vielen Dank dafür! Um den Sammelband inhaltlich abzurunden, würden wir uns noch über Einreichungen zu folgenden Aspekten freuen:

(1) Beiträge zur Wissenschaftstheorie:

  • Aktueller Forschungsstand wissenschaftstheoretische Begründungen für einen methodischen/theoretischen und ‚wissenschaftlichen‘ Pluralismus
  • Pluralismusdiskurse in anderen Disziplinen (z.B. der Biologie) mit Bezug zu den Wirtschaftswissenschaften untersuchen

(2) Beiträge zur Methodenreflexion oder Methodologie: 

  • Epistemischer Status von Modellen und Simulation im Vergleich zu empirischen Daten
  • Experimente in den Wirtschaftswissenschaften

(3) Beiträge zu einem der folgenden Untersuchungsgegenstände, betrachtet aus einer heterodoxen oder alternativen Perspektive – wie beispielsweise Postkeynesianismus, Verhaltens-/Neuroökonomik, Österreichische Schule, économie sociale – oder auch vergleichend aus mehreren Perspektiven (vorzugsweise auch mit Hilfe konkreter Fallstudien):

  • Arbeit und Arbeitslosigkeit
  • Einkommens- und Vermögensungleichheit
  • Geld
  • Netzwerke/Eliten
  • Reziprozität
  • Wettbewerb
  • Wirtschaftswachstum

CALL FOR PAPERS 1 [ACHTUNG: Einreichungsfrist abgelaufen!]

Der Sammelband wird drei thematische Schwerpunkte beinhalten, zu denen entsprechende Beiträge eingereicht werden können:

a) Begründung für eine Plurale-Ökonomik – Eine Annäherung
Unter diesem Punkt werden grundlegende Begriffserläuterungen, wirtschaftshistorische Betrachtungen und wissenschaftstheoretische Grundlagen behandelt. Es soll sich damit der Frage genähert werden, was ‚Plurale Ökonomik‘ bedeutet, aber auch ob und inwiefern pauschalisierend von einer ‚Mainstream-Ökonomik‘ gesprochen werden kann.
Wir wollen wissen: Wie ist wissenschaftlicher Pluralismus zu begründen und welche impliziten und expliziten Grundannahmen der Wirtschaftswissenschaften sind zu hinterfragen? Welche zentralen Begrifflichkeiten sowie Kategorien sind wesentlich? Welche wissenschaftstheoretischen Grundprinzipien liegen wirtschaftswissenschaftlicher Forschung gegenwärtig zugrunde? Kann durch Vielfalt an disziplinären Zugangsweisen, Methodologien und Theorien, eine ‚bessere Wissenschaft‘ entstehen, oder schränkt dies Wissenschaftlichkeit ein? Welche Wissenschaftsverständnisse begründen welche Position? Lässt sich für die gegenwärtigen ‚Schulen‘ der Ökonomik und andere wirtschaftsbezogene ‚Forschungsprogramme‘ eine gemeinsame, übergreifende Grundlage finden bzw. ist eine solche überhaupt notwendig?
Uns interessieren in diesem Kontext auch die Fragen, wie wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse in Gesellschaft und Politik wirken und was aus dem Postulat einer ‚wertfreien‘ Wissenschaft für Praxisrelevanz folgt, bzw. ob eine wertfreie Wissenschaft möglich oder wünschenswert ist.

b) Theorien- & Methodenreflexion: Auf dem Weg zu einer Pluralen Ökonomik
Im zweiten Teil stehen die Methodologien und ökonomischen Theorien verschiedener Wissenschaftsdisziplinen im Mittelpunkt und es soll kritisch reflektiert werden, welche Perspektiven daraus auf Ökonomie folgen.
Wir wollen wissen: Wie dominant ist die neoklassisch geprägte Wirtschaftswissenschaft tatsächlich? Was hat es konkret mit dem häufig genannten ‚ökonomischen Imperialismus‘ auf sich? Wie stellt sich das Spannungsverhältnis zwischen den Wirtschaftswissenschaften und anderen Sozialwissenschaften dar (z.B. mit der Wirtschaftssoziologie, der Wirtschaftsanthropologie oder der Politischen Ökonomie)? Und natürlich auch umgekehrt: Wie gestaltet sich das Verhältnis anderer Disziplinen zu den Wirtschaftswissenschaften? Inwiefern können die Wirtschaftswissenschaften durch Mathematik, Formalisierung und quantitativ-empirische Forschung eine besondere wissenschaftliche Stellung für sich beanspruchen?
Wie reagiert die Mainstream-Ökonomik insgesamt auf Kritik und was bedeutet dies für den Diskurs um Pluralität? Wo finden sich hier (noch) Hemmnisse sowie Herausforderungen? Wie könnte ein Pluralismus-Leitbild für die Lehre / ökonomische Bildung und Forschung konkret ausschauen und wo finden sich möglicherweise schon vielversprechende Ansätze bzw. wo gibt es (noch ungelöste) Konflikte?

c) Ein- und Ausblicke einer Pluralen Ökonomik: Perspektiven und Diskurse abseits des ökonomischen Mainstreams
In einem dritten Teil sollen beispielhaft ausgewählte ökonomische Perspektiven bzw. Ansätze/Strömungen inner- und außerhalb der Wirtschaftswissenschaften vorgestellt werden, die sich abseits des ökonomischen Mainstreams entwickelt haben und diesen kritisch reflektieren.
Wir wollen wissen: Wie unterscheidet sich die jeweilige Perspektive bzw. Strömung/Ansatz von der des ökonomischen Mainstreams? Wie wird der Forschungsgegenstand „Ökonomie“ gefasst und welche Perspektiven werden so sichtbar? Welche neuen Zugänge und Erkenntnisse sind zu erwarten? Welche Bezüge und welche Abgrenzungen gibt es zu anderen Perspektiven? Was kann die Perspektive hingegen nicht oder weniger erklären? Dies kann auch beispielhaft anhand eines spezifisch ökonomischen/gesellschaftlichen Phänomens verdeutlicht werden.
Mögliche Anwendungsfelder wären: Ökonomische Bildung in Schulen und Hochschulen und Vorschläge zur Etablierung eines pluralistischen ökonomischen Lernens, Kritische BWL, Postkeynesianismus, Evolutionäre Ökonomik, Ökologische Ökonomik, Feministische Ökonomik, Politische Ökonomie, Wirtschaftssoziologie, Wirtschaftspsychologie, Österreichische Schule der Ökonomie, Postwachstumsökonomie u.v.m.

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